Kreta bietet eine Vielzahl von Attraktionen; jeder Reiseführer kann
Sie Ihnen zahlreich beschreiben. Eine Fahrt über Sitia an die südliche
Küste, nach Ierapetra, auf die Lassithi-Hochebene oder nach Agios
Nikolaos sind empfehlenswerte Ziele für einen Tagesausflug. (Des Weiteren
siehe auch "Die Umgebung des Ferienhauses") Auch eine Schiffsfahrt
von Sitia zur Nachbarinsel Karpathos kann man unternehmen, wenn man
genügend Zeit hat, oder im Anschluss an den Aufenthalt in "Pirgos".
Das Wandern ist des Müllers Lust
Wandervorschläge im Osten Kretas
Im Folgenden wollen wir einige Kurz- und Tageswanderungen beschreiben,
die Ihnen Lust machen sollen, die nähere Umgebung insbesondere
in der weniger heißen Jahreszeit zu Fuß zu entdecken.
Für alle Wanderungen gilt: feste Schuhe, langärmliges Hemd
und so viel Wasser mitnehmen, wie man tragen kann!
1.Wollen wir ganz langsam anfangen, starten wir gegenüber dem Dorf "Dionysos", und zwar auf dem Weg, der Richtung Sitia vor der Brücke links, neben dem ausgetrockneten Bach entlang führt. Er geht später über in den Bachlauf, der nur nach regenreichen Wintern nass ist.
Nach ca. 300 Metern sieht man links oben sehr idyllisch eine in den Felsen gebaute Kapelle liegen,

die man betreten

und wo man die Ruhe und Entspannung dieses Ortes genießen kann.

2.Ca. 1 Stunde läuft man von Dionysos zum Kloster Toplou (siehe
Kapitel Kreta: Kultur, Kultur, Kultur), und zwar führt
uns der Weg vom Dorf aus den Berg hinauf nach links, wo man durch
ein kleines Tor (wegen der Ziegen wieder gut verschließen!)
auf den Weg gelangt, der zur Fischzucht führt. Aber wir gehen
nicht abwärts, sondern bleiben auf dieser Höhe, ignorieren
die belämmert guckenden Ziegen und gelangen nach ca. 40 Minuten
auf die Straße, die zum Kloster führt.
3.Per Bus fahren wir nach Palekastro, steigen am Anfang des Ortes
an der ersten Haltestelle aus und folgen dem Richtungsweiser nach
Xerolimni. Zunächst geht es durch Olivenhaine und Obstbaumplantagen,
später wird der Weg karger; vermutlich wird es auch windiger,
wenn wir nach ca. 10 km an den Windkraftanlagen vorbei kommen, wo
wir Augen- und Ohrenzeugen bei der Erzeugung umweltfreundlicher Energie
werden können. Den Ort Xerolimni erreichen wir nach ca. 3 Stunden,
können die einzige Sehenswürdigkeit des Ortes, die Kirche,
besichtigen (wenn wir den Schlüssel finden) und weiterziehen,
bis uns der Weg in Krioneri nach rechts führt. Nach weiteren
2 Stunden erreichen wir Rousa Eklissia, können uns am Brunnen
laben und dort die qualmenden Füße kühlen, die Taverne
unter der Platane oder das Kafeneion im Ort besuchen. Für Kinder
und Katzen sind wir eine willkommene Abwechslung. Mit etwas Glück
nimmt uns ein Einheimischer oder ein Tourist mit zurück nach
Dionysos oder zumindest bis zur Hauptstraße, oder besser noch:
man lässt sich in Rousa Eklissia abholen.
4.Mit dem Bus fahren wir nach Vai, genießen zunächst den
Palmenstrand, eventuell ein erfrischendes Bad oder einen Frappé
am Strand, bevor wir am Palmenstrand rechts über den Berg in
südliche Richtung gehen. Hier kann man sich eigentlich nicht
verlaufen, wenn man das Meer links in Sichtweite hat und es immer
links liegen lässt.

Über Ziegenpfade wandern wir Richtung Maridati Beach, wo wir
nach ca. 3 - 4 Stunden in der Taverne lecker essen und trinken können,
anschließend lädt der Strand zu einem kleinen Nickerchen
ein. Dermaßen erholt geht es weiter bis Agathias und Palekastro.
Wenn wir Glück haben, fährt noch ein Bus Richtung Dionysos,
ansonsten gibt es bestimmt nette Touristen oder Einheimische, die
uns bis Dionysos mitnehmen, wo wir auf der Dachterrasse des Pirgos
beim Sonnenuntergang den Tag ausklingen lassen.
5.Mit dem Bus geht es bis Zakros, dort fragen wir nach dem Weg durch
das Tal der Toten. So schlimm wie es sich anhört,
ist es nicht! Früher wurden die Felshöhlen als Grabstätten
benutzt. Totenköpfe und Knochen sucht man heute dort aber vergebens.
Stattdessen führt uns ein wunderschöner Wanderweg

durch dieses Tal, welcher bis nach Kato Zakros, zunächst zur
Ausgrabungsstätte und dann bis ans Meer führt. Dort angelangt,
laden verschiedene Tavernen zum Mahl und/oder zum Trunk ein. Das Bad
im kristallklaren Meer nicht vergessen! Zurück kann man entweder
mit dem Bus fahren, wenn man rechtzeitig dort ist, oder man findet
nette Einheimische oder Touristen, die einen zurück Richtung
Zakros und Richtung Dionysos mitnehmen. (Diese Wanderung
wird auch in Kreta-Der Osten von Eberhard Fohrer aus dem
Michael Müller Verlag beschrieben, S. 190ff.)
6.Eine wunderschöne Wanderung führt von Kato Zakros, wohin
man mit dem Bus fährt, oberhalb am Meer entlang über Stock
und Stein und Ziegenpfade

bis Agathias und Palekastro. Der Weg ist mit roten (oder blauen?)
Punkten markiert, manchmal muss man etwas Ausschau halten, aber Verlaufen
ist schwierig.
7.Ein echter Geheimtipp ist die folgende Wanderung (In Kreta-Der
Osten wird sie anders herum beschrieben!): Aus dem Bus nach
Zakros steigen wir in Hohlakies aus, überqueren die Straße
und laufen die einzige Straße Richtung Meer. Nach
ca. 20 Metern finden wir links eine Taverne, wo man einkehren und
einen Raki oder Cafe trinken muss! Dann laufen wir gestärkt weiter
Richtung Kirche und Richtung Meer, auch hier helfen Markierungen,
den richtigen Weg durch eine breite ausladende Schlucht Richtung Meer
zu finden. Diese Schlucht ist nicht so spektakulär wie das Tal
der Toten, doch auch nicht so bekannt und allein schon deshalb
eine Wanderung wert. Die Wahrscheinlichkeit, dass man - am Meer in
der Badebucht Karoumes angekommen - einen (Touristen-) Fischer findet,
der einen übers Meer nach Agathias bringt, ist sehr gering, weshalb
man sich darauf einstellen sollte, diese Wanderung in beide Richtungen
zu machen, was den großen Vorteil hat, dass man auf dem Rückweg
wieder an besagter Taverne entlang kommt....., ach ja, und natürlich
auch an der Kirche! Alternative: Unermüdliche können auch
am Meer angekommen nach links den Weg Richtung Agathias und Palekastro
fortsetzen, man gelangt dann auf den unter Punkt 6 erwähnten
Wanderweg.